Über uns
Eine Betriebs- und Familiengeschichte im Wandel der Zeit – seit 1907.
SECHS GENERATIONEN BÄCKERHANDWERK
Tradition, die täglich weiterlebt
Seit der Gründung im Jahr 1907 prägen Familie, echtes Handwerk und die Verbundenheit mit Herlasgrün unsere Bäckerei. Jede Generation hat den Betrieb durch ihre Zeit geführt und dabei Bewährtes erhalten.
DIE GRÜNDERZEIT
Bäckermeister Gottfried Albin Menke und seine Frau Klara eröffneten am 28. Juli 1907 die neu gebaute Bäckerei in Herlasgrün. Albin Menke, geboren am 29. November 1870, ist der Ururgroßvater des heutigen Inhabers.
Gebacken wurde mit einem im Keller gelegenen altdeutschen Steinbackofen. Seine vier Quadratmeter große Backfläche musste direkt beheizt werden.
Während des Ersten Weltkriegs wurde Albin Menke als Soldat eingezogen und verwundet. Klara führte das Geschäft gemeinsam mit den Töchtern Elfriede und Johanna sowie einem pensionierten Bäckermeister weiter. Die Familie musste den Krieg, großen Rohstoffmangel und die Inflation der frühen 1920er-Jahre bewältigen.

DIE ZWEITE GENERATION
Bäckermeister Reinhold Knüpfer, geboren am 20. Mai 1899, übernahm die Bäckerei am 15. März 1929 von seinem Schwiegervater Albin Menke und führte die Familientradition mit seiner Frau Johanna fort.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begann die Zwangswirtschaft. Kunden erhielten Lebensmittelmarken, Betriebe Rohstoffzuteilungen. Während der Luftangriffe musste weitergebacken werden, damit das Brot im Ofen nicht verbrannte. Tagelange Stromausfälle machten es nötig, große Brotteige unter enormer körperlicher Anstrengung von Hand zu kneten.
1944 begann der älteste Sohn Helmut, geboren am 18. April 1930, seine Bäckerlehre in Falkenstein. Nach Kriegsende bestimmten Mehlzusammenstellungen, Preise und Rohstoffzuteilungen den Alltag. Wegen Kohlemangels stand oft nur Holz als Brennmaterial zur Verfügung; Tauschgeschäfte prägten die Zeit.
1947 beendete Helmut seine Lehre erfolgreich und arbeitete als Geselle an der Seite seiner Eltern.

DIE DRITTE GENERATION
Helmut Knüpfer legte 1954 seine Meisterprüfung ab. 1960 übernahm er mit seiner Frau Ingrid die Bäckerei; die vorherige Generation packte weiterhin tatkräftig mit an.
Nach der Fertigstellung der Talsperre Pöhl im Jahr 1964 wuchs der Urlauberzulauf in den Sommermonaten stark. Die Versorgung war zeitweise nur mit zusätzlicher Nachtarbeit und Einsätzen rund um die Uhr möglich.
Damit die Stammkundschaft zuverlässig versorgt werden konnte, führte die Bäckerei ein Bestellsystem mit individuellen Kundenkarten ein. Es bewährte sich bis zum Ende der DDR-Zeit.
1969 erleichterte ein kohlebeheizter Etagenbackofen die Arbeit. Ulrich Knüpfer, geboren am 17. Mai 1957, begann nach der Schule seine Bäckerlehre, stieg 1975 als Geselle in den Familienbetrieb ein und erhielt 1979 seinen Meisterbrief.

DIE VIERTE GENERATION
Ulrich Knüpfer übernahm den traditionsreichen Familienbetrieb am 24. Dezember 1990 gemeinsam mit seiner Frau Andrea. Auch sie konnten auf die Unterstützung der vorherigen Generation zählen.
Nach der Wiedervereinigung folgte auf den Mangel ein großes Überangebot. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wurden Produktionsabläufe, Sortimentsvielfalt, Warenpräsentation und Verkaufsraum weiterentwickelt – bei unverändert hohem Qualitätsanspruch.
Zwei Verkaufswagen und ein Lieferwagen brachten das Sortiment direkt zu den Kunden in der Umgebung. Ein ölbeheizter Etagenofen ersetzte die Kohle; Brot und Semmeln werden darin weiterhin freigeschoben und auf Stein gebacken.
Die 1912 gekaufte Drehhebelknetmaschine für Brotteige blieb erhalten. Noch heute kommt sie täglich zum Einsatz; ihre Kessel werden zusätzlich für die Reifung der Sauerteige genutzt.
Nach der Wende verstärkten vier neue Mitarbeiter das Team. Im Jahr 2000 wurden das damals 90 Jahre alte Ladengeschäft vergrößert und modernisiert sowie eine 120 Quadratmeter große Garage für den Fuhrpark gebaut.
Am 28. Juli 2007 feierte die Bäckerei ihr 100-jähriges Jubiläum mit Kunden, Gästen und einer Besichtigung. Sohn André, geboren am 18. Dezember 1989, schloss 2009 seine Bäckerlehre im elterlichen Betrieb ab und erhielt am 29. Dezember 2010 seinen Meisterbrief.

DIE FÜNFTE UND SECHSTE GENERATION
Seit der Unternehmensübergabe 2017 führen Bäckermeister André Knüpfer und seine Frau Juliane den Familienbetrieb. Kurz darauf verstarb sein Vater plötzlich; außerdem fiel ein weiterer Geselle aus gesundheitlichen Gründen aus.
André stand damit als gelernter Bäcker mit vier Mitarbeitern vor der Aufgabe, das Unternehmen personell neu aufzustellen. Zwei Auszubildende schlossen ihre Bäckerlehre erfolgreich ab. Heute unterstützen weitere neun Mitarbeiter Herstellung und Verkauf zuverlässig und engagiert.
Die Bäckerei ist fester Bestandteil der Bäckerinnung Vogtland, in der André Knüpfer als Vorstandsmitglied aktiv ist. Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation wurden durch gezieltes und umsichtiges Wirtschaften bewältigt.
Neben der laufenden Modernisierung von Betrieb und Fuhrpark gehört inzwischen ein mobiler Holzbackofen zur Bäckerei. Damit wird das traditionelle Handwerk für Kunden unmittelbar erlebbar.
Mit Tochter Clara Knüpfer, geboren am 5. Oktober 2019, steht bereits die sechste Generation in den Startlöchern.
Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes – so versteht Familie Knüpfer das Bäckerhandwerk. Maschinen erleichtern die Arbeit, doch echte Handarbeit bleibt unverzichtbar. Brot und Brötchen werden weiterhin so hergestellt, wie die Kundschaft es seit Jahrzehnten von ihrem Knüpfer-Bäcker kennt.
Die Familie dankt allen Kundinnen und Kunden für ihre langjährige Treue. Sie waren und sind ein entscheidender Garant für den Fortbestand des Familienunternehmens und des Bäckerhandwerks.






